Belletristik REZENSIONEN

Die Suche nach dem Tempelschatz

U. a. über die Russenmafia
Die Geheimnisse von Jerusalem
Aus dem Französischen von Iris Roebling
Rütten & Loening, Berlin 2002, 485 S.

Tom Hopkins ist Reporter der "New York Times". Mit einer Artikelserie über die Russenmafia in Little Odessa, dem russischen Viertel von New York, glaubt er, den journalistischen Durchbruch geschafft zu haben. Doch da wird sein Informant, der georgische Jude Aron Adjashlivi, auf offener Straße ermordet. Er hinterlässt Tom Hopkins einen Text auf Diskette, aus dem hervorgeht, dass er einem zweitausend Jahre altem Geheimnis auf der Spur ist. Aber wo befindet sich der sagenumwobene Schatz, von dem er spricht? Er soll  an 64 verschiedenen Orten in Israel vergraben sein. Aber wo? Der Schatz soll auch vorchristliche Schriftrollen enthalten, die den Ursprung der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam in einem gänzlich neuen Licht erscheinen lassen. Und das interessiert nicht nur Tom, sondern auch die Russenmafia, die Arons Vater und Schwester umgebracht hat - an den Füßen aufgehängt und geköpft!

Obwohl Tom natürlich weiß, das mit solchen Verbrechern nicht zu spaßen ist, beschließt er, den Schatz im Heiligen Land zu suchen. Mit einem religions- und ortskundigen Pariser jüdischen Schriftsteller (dem Autor?) macht er sich auf den Weg nach Jerusalem. Was wie eine Schatzsuche beginnt, wird bald zu einer Verfolgungsjagd, bei der die russische Mafia, die palästinensische Hamas und die Geheimdienste Israels und des Irak aufeinander prallen. Bei Die Geheimnisse von Jerusalem kommt weder die Spannung zu kurz noch die Liebe: Tom nämlich verliebt sich in eine bildschöne israelische Informatikerin, die verschlüsselte E-Mails decodieren kann.

Marek Halter, geboren 1936 als Sohn jüdischer Eltern in Polen, hat nicht nur einen wirklich spannenden Thriller geschrieben, sondern fordert darüber hinaus des Lesers ganze historische und theologische Aufmerksamkeit. Einmal nicht mehr bei der israelischen Sache sein, Mythos und Wirklichkeit einmal nicht mehr unterscheiden können, heißt, nichts mehr zu verstehen. Halter, der nach dem Krieg nach Frankreich gelangte, hat aber auch eine Liebeserklärung geschrieben an eine alte, geheimnisvolle und historisch einmalige Stadt: Jerusalem.


Gisela Reller / www.reller-rezensionen.de

 

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Am 22.11.2003 ins Netz gestellt. Letzte Bearbeitung am 03.01.2017.

Das unterschiedliche Schreiben von Eigennamen ist den unterschiedlichen Schreibweisen der Verlage geschuldet.

Eine ehrlich verdiente Scheibe Brot ist schmackhafter
als ein gestohlener Karawai (großer runder Brotlaib).
Sprichwort der Russen

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